Tang Lang Quan

Northern Praying Mantis Kung Fu

MIKE MARTELLO, MARTIAL ARTS; -FOTO NICK HANNES

MIKE MARTELLO

In unserem Verein wird der Stil „Ba Bu Tang Lang Quan“ (八步螳螂拳, zu Deutsch: acht Schritte Mantis Stil) gelehrt. Das Ba Bu Tang Lang ist ein eher seltener Unterstil des weit verbreiteten Tang Lang Stils.
In Deutschland wird traditionelles Ba Bu Tang Lang in seiner unverfälschten Form bei uns im Zhen Wu Osnabrücke.V. und in der Zhen Wu Berlin unterrichtet. Ansonsten ist dieser Stil vor allem in Taiwan verbreitet. Mehr Infos: Website

Eine Übersicht über die Geschichte des Mantis Stiles

Das ursprüngliche Tang Lang Quan wurde, so sagt es die Legende, vor ca. 400 Jahren von einem Shaolin Mönch namens Wang Lang entwickelt: Der Sage nach hat Wang Lang den Kampf einer Gottesanbeterin (auch Mantis genannt; chinesisch 螳螂 „Tang Lang“) und einer Zikade beobachtet; daraufhin erschuf er auf Basis der flinken, kraftvollen Armbewegungen der Gottesanbeterin einen eigenen Kampfstil. Mantis Kung Fu ist als schnell, effizient und effektiv; daher ist der Stil in China bis heute weit verbreitet.

Ausgehend von diesem ursprünglichen Tang Lang Stil haben sich mehrere Unterstile entwickelt, wobei jeder Unterstil andere Schwerpunkte setzt. Das in unserem Verein unterrichtete Ba Bu Tang Lang weißt deutliche Einflüsse anderer Stile auf; besonders wichtig sind hier Elemente aus den inneren Kampfkünsten TaiChi, Bagua und Xing Yi. Darüber hinaus sind auch Parallelen zum explosiven Tong Bei Stil deutlich ersichtlich.

Mike Martello Laoshi (1966-2009), der in Taiwan lange und intensiv von Wang Chieh Laoshi (1927- 2012) im Ba Bu Tang Lang unterrichtet wurde, brachte es schließlich nach Deutschland. Dort wird es unter dem Dachverband der Zhen Wu Germany weiter unterrichtet.

Weiterführende Informationen zum Ba Bu Tang Lang gibt es bei Wikipedia und auf der deutschen Ba Bu Tang Lang Seite.

Neben diesen theoretischen Informationen zum Hintergrund des Ba Bu Tang Langs gibt unser FAQ Antworten auf alle praktischen Fragen zur Trainingsteilnahme.

Familienstruktur im Kung Fu

Im traditionellen Kung Fu ist der Hierarchiegedanke sehr stark. Dabei ist diese Hierarchie eine andere als man sie bei uns im Westen von z.B. Firmen oder Vereinen aller Art her kennt. Nach konfuzianistischem Verständnis ist die Struktur der Übenden im Kung Fu mit der einer Großfamilie zu vergleichen: Vater und Mutter sollen von den Kindern geehrt und mit tiefem Respekt behandelt werden. Im traditionellen Kung Fu sind deshalb auch die Bezeichnungen die gleichen wie früher in einer Familie in China: Ein Lehrer wird dabei respektvoll mit „Laoshi“ (Lehrer) angesprochen; später, wenn sich ein engeres Verhältnis ergibt, dann als Sifu (Vaterlehrer) bezeichnet und soll, wie der Vater der traditionellen Familie, mit Respekt und Höflichkeit behandelt werden. Die Schüler bezeichnen sich untereinander als Kung Fu Geschwister.