Interview mit einem Schüler

Interview mit einem Schüler: Markus S.

Im Folgenden gibt ein fortgeschrittener Schüler der Zhen Wu einen Einblick in seinen „Gong Fu Lebenslauf“. Dies ist eine wöchentliche Beitragsreihe.

  1. Wie alt bist Du und wie lange bist Du schon im Gong Fu unterwegs? 
    52 Jahre. Ich habe mich schon als kleiner Junge für Kung Fu interessiert. Gab es doch damals die Comic Serie „Kung Fu“ aus dem Bastei Verlag und im Fernsehen lief die Serie „Kung Fu“ mit David Carradine.
    Es sollten also gut 30 Jahre sein, die ich in Sachen Kung Fu unterwegs bin.
  1. Was hat Dich damals dazu bewogen, mit Gong Fu anzufangen? Wie kamst Du zur Zhen Wu? 
    „Leute verhauen“ hat mich dazu bewogen damit anzufangen. Ich war nie besonders stark und die Idee des „Edlen“, der die Schwachen mit seinem Kung Fu beschützt fand ich gut. Zur Zhen Wu bin ich eigentlich wiedergekommen. Ich hatte schon während meines Studiums in Osnabrück bei Jochen den Tang Lang Stil trainiert. Dann kamen Umzug nach Hannover, Arbeit, etc. und keine Zeit für Training. Aber nach einiger Zeit kam wieder der Wunsch nach Kung Fu auf also hatte ich in Hannover mit dem Choy Lee Fut Stil begonnen. Irgendwann habe ich dann wieder mit Jochen Kontakt aufgenommen und bin nach Osnabrück zu einem Lehrgang mit Mike Martello gereist. 
  1. Wo liegt im Training Dein Fokus? Was trainierst Du zur Zeit am intensivsten?
    Ich habe mich die letzten 10 Jahre voll auf das Training von Bagua Zhang eingelassen. Dies war mir durch die offene Haltung in der Zhen Wu zu allen Stilen möglich. So konnte ich auch zu Carsten Stausberg nach Köln gehen, um dort Bagua Zhang nach Luo Dexiu zu lernen. Nebenbei habe ich auch das Glück gehabt ein wenig vom Tong Bei mit zu erlernen. Aktuell versuche ich nach einer langen Zeit wieder in das Training zu kommen. Mein Fokus sind nun aber weniger Formen. War ich eh nie gut drin mir die zu merken. Obwohl es wirklich gute in der Zhen Wu gibt!
    Eigentlich geht‘s darum  mich beweglich und fit zu halten. Besonderer Fokus liegt immer noch auf dem Verständnis für die Bewegungen und Techniken.
  1. Was hat Dich dazu bewogen in der Zhen Wu zu bleiben?
    Die Familie. Ich habe wirklich viele tolle Leute in der Zhen Wu kennen und schätzen gelernt. Dazu die offene Haltung zu anderen Stilen und nicht zuletzt die sehr gute Qualität des Unterrichts. 
  1. Gab es einen besonderen Moment in Deinem „Gong Fu Leben“ an den Du immer wieder zurück denken magst?
    Einen? Welchen soll ich da bloß nehmen? Der größte Eindruck auf mich waren sicherlich die Seminare mit Mike Martello. Was aber gleich daneben steht sind die Wochen in den ZhenWu Camps der letzten Jahre mit meinen Kung Fu Brüdern und Schwestern aus der ganzen Welt.
  1. Wie meinst Du, hast Du es geschafft, ein „Fortgeschrittener“ Schüler zu werden?
    Durch die Unterstützung meiner Lehrer. Na ja und Fleiß. Bin ich fortgeschritten? Ja und Nein… Manchmal hab ich das Gefühl noch nichts begriffen zu haben.
  1. Was sind Deine Ziele für die Zukunft?
    Gesund bleiben und einen guten Weg fürs Alter und mein Training finden.  
  1. Gibt es Dinge die Du in der Zhen Wu vermisst?
    Da ich mittlerweile weniger aktiv in der Zhen Wu bin, kann ich dazu keine Aussage treffen. 
  1. Was würdest Du einem Anfänger in der Zhen Wu gerne mit auf den Weg geben?
    Glaube nichts, was man dir erzählt. Mach deine eigenen Erfahrungen. Hinterfrage alles. Schau dich um, lerne von möglichst vielen Leuten.
    Das war zumindest der Tipp den Mike Martello mir mal gegeben hat und der hat mich sehr gut begleitet.