Janine, 19.05.2007

Oh, Der Große Tag – Das Turnier In Gevelsberg! Es folgt ein „Roman“ aus Janines Blickwinkel.

Morgens bin ich schon um halb 6 aus dem Bett gefallen. Man hätte mich ohne Probleme an ein Stromwerk anschließen können und die ganze Stadt hätte geleuchtet. Zur Beruhigung frühstücken und Tasche packen – bloß nichts vergessen!

Um 8 war Treffpunkt und wir sind dann auch wenige Minuten später los. Die Fahrt dauerte so lange, dass die Nervosität eingeschlafen war, ich war ganz ruhig.

Die Turniereinstimmung begann mit einem Drachentanz. Kortes Mama hatte dafür so viel Werbung gemacht, aber am Ende war ich enttäuscht. Sie meinte, sonst hätte es Löwentanz gegeben und der wäre viel besser. Pech gehabt. Los ging’s mit den Kiddies und Doris räumte gleich ab. Um ehrlich zu sein, hatte ich sie noch nie so richtig in Aktion gesehen und war total überrascht. Schade, für Luisa, die schlechter bewertet wurde.

Glenn und Janick gaben ihr Bestes und ich bin stolz auf sie, denn sie haben den Mut bewiesen, den ich mit einem Weißgurt nicht hatte. Auch wenn es am Ende nicht für eine Belohnung in Form eines Pokals gereicht hat.

Tja, und dann wurde es ernst für mich. Als ich meinen Namen durch den Lautsprecher hörte war die Nervosität plötzlich hellwach und leider ziemlich gut ausgeruht. Jeder kennt das Spiel, man versucht das Adrenalin in Schach zu halten, um nicht die ganze Turnhalle abzureißen. Vorerst hatte ich damit Erfolg. Aber ab der ersten Technik meiner Handform war es wie ein Blackout. Ich kann mich nicht mehr erinnern was ich gemacht habe, nur noch an unsichere Füße und die Schlusstechnik. Mir zitterten die Beine so schlimm, dass ich Mühe hatte gerade zu stehen und auf meine Wertung warten. Das Glück sei mit den Dummen, wir waren nur zu viert in der Gruppe und ich hab doch tatsächlich noch den dritten Platz bekommen. Mann, war ich glücklich. Ich hatte mir nichts sehnlicher gewünscht, als einen dritten Platz und damit auch einen Pokal zu bekommen. Nachher, als ich wieder klar denken konnte, hab ich mich tierisch geärgert, war das doch nur ein Bruchteil an Leistung die ich gezeigt habe. Aber das gehört dazu. Jedes weitere Turnier kann mich also nur besser machen.

Danach ging alles schon einfacher. Bei der Langstockform war ich immerhin während der Techniken „wach“, aber bewusst eingreifen konnte ich nicht. Die Form spulte sich ab wie ein Film. Ich dachte nur: wie krank muss man eigentlich sein, und sich diesen Stress freiwillig antun? Ich hatte das Gefühl, meine Falten sind an jenem Tag gleich um 1mm tiefer geworden.

Und endlich kam der ersehnte Leichtkontakt-Kampf. Darauf hatte ich mich wirklich gefreut! Meine erste Runde war allerdings gegen ein Maschinengewehr. Die gegnerischen Fäuste prasselten non-stopp unkontrolliert auf meine Nase, ich wusste gar nicht mehr, wo oben und unten war und bin wie ein Hase davon gelaufen. Der Beweis für meine nicht vorhandene Kampferfahrung. (Jetzt bin ich schlauer) Die zweite Runde war schon besser, kontrollierter. Schade, dass sie unfair gewertet wurde.

So richtig spannend wurde natürlich Dennis Vollkontakt-Kampf. Die meisten waren der Meinung, nach seiner harten Vorbereitung müsste er super mithalten. Hat er auch, war nur ein bisschen Pech im Spiel. Innerhalb von 30 Sekunden war der Kampf vorbei. Ein mächtiger High-Kick und Schwinger brachten ihn auf die Matte, und nachher taumelnd zum Coach. Scheiße!

Trotzdem sind alle zufrieden, erleichtert und relativ heile nach Hause gefahren, die Taschen voll mit Pokalen und Urkunden.