Janine, Pfingstwochenende mit Mike


Mittlwereile habe ich mich von den Strapazen der vergangenen Wochenendtage erholt. Mike Martello war mit seinem Schüler Dieter aus Belgien zu Besuch und hat wie immer mächtig Eindruck hinterlassen.

Die beiden Seminartage waren aufgeteilt in externe und interne Power. Will sagen: Samstag haben wir Übungen zum TangLang gemacht und Sonntag zum TaiJi. Für mich war es erst das zweite Mal von Mike unterrichtet zu werden, auch wenn ich ihn schon öfters gesehen hatte und ich war wie jedesmal tief beeindruckt. Besonders als er am Samstag eine Übung vorgemacht hat bzw. zeigen wollte, wohin der Weg führen soll, hatte ich mehr als nur Respekt. Quasi Fajing zum besser nicht anfassen. Und auch das ausführliche Dehnen hat mir gut getan. Wegen der Hitze sind wir bald nach draußen auf die Wiese gegangen, da ging wenigsten ein bisschen Wind. Den weichen Rasen haben wir anschließend als Matte für ein paar Wurfübungen genutzt. Zuerst hatte ich Angst um mein Knie, aber schließlich ging alles ganz gut. Vor allem weil Dieter mir ein paar Kniffe erklärt hat, auf die ich wahrscheinlich erst in 2 Jahren gekommen wäre. Tja, mein Englisch ist nicht gut genug, um die Feinheiten zu verstehen. Denn an Mikes Erklärungen hat es sicher nicht gelegen. Dass er noch keine Fransen am Mund hat wundert mich ja… aber so gehts wohl allen Lehrern. Nach einem anstrengenden aber erfüllendem Trainingstag hatte Dennis seinen Supergrill angeschmissen und uns mit Köstlichkeiten gemästet. Abends im Bett bin ich fast geplatzt.

Tags drauf zunächst ein ruhiger Start. QiGong und und TaiJi-Übungen. Mike lehrte uns mehrere für mich neue Techniken um den Qi-Fluss zu fördern. Die Haut fing an zu kribbeln – und irgendwann leider auch die Füße. Eingeschlafen vom Stehen. Aber nach den Übungen fühlte ich mich tatsächlich kurzzeitig belebt. Mein Chi ist wohl doch noch nicht ausgewandert (schmunzel). Später übten wir natürlich auch PushHands. Aus der Klosterwoche kannte davon etwas und es war schön von Mike eine individuelle Korrektur zu erhalten. Zwar fühlte ich mich bereits flüssiger und runder, aber mein Problem ist es den anderen nicht zu erspüren und auf seine Energie zu hören. So schiebe ich den Angriff noch auf mich zu und verstärke ihn damit. Völlig dumm irgendwo. Tjaja, ein besonders langer Weg wartet da auf mich, besonders weil ich es kaum trainiere. Aber wie sagte Mike so schön? Ihr seid doch noch jung und voller Kraft. Ihr habt noch 40 Jahre und mehr Zeit.

Besonders interessant auch die Übung einen gegnerischen Impuls (hier an der Hüfte) zu blockieren bzw. nachzugeben. Da habe ich erst mal gemerkt, wie ich stehe. Und welche Feinheiten justiert werden können, mit welcher Auswirkung auf mein Gleichgewicht. z.B. Hüfte mehr eindrehen, Knie entspannen. Mir ist es sogar manchmal gelungen den Druck teilweise in den Boden abzuleiten. Da war ich stolz!

Am Ende gabs ne leckere Pizza, aber Dennis hatte den Grill noch einmal angeschmissen und die Reste wurden vertilgt. Gemütlich haben wir noch zusammen gesessen und den Tag ausklingen lassen. Dann mussten Mike und Dieter auch wieder los, einige waren vorher schon gegangen. Schade nur, dass ich Mike wohl so schnell nicht wiedersehen werde. Peking nicht, Camp in Belgien nicht, Seminar Ende des Jahres nicht. Man kann sich leider nicht teilen. Dennoch habe ich eine wunderbare Erfahrung mitgenommen und ich hab mich gefreut die Leute wiederzusehen. So wie Florian, Sten und Nassem, die in Deutschland verstreut sind. Und auch Andy, den ich vom Camp kenne. Die anderen externen Teilnehmer waren ebenfalls nett, nicht dass sie sich an dieser Stelle ausgeschlossen fühlen.
Wirklich ein schönes Wochenende, mit vielen neuen Denkanstössen und Übungen, sowie schöne Gesellschaft.