Peer in Prag – Teil 4

Hi,

von den jetzt schon vier Wochen Aufenthalt in Prag, versuche ich erneut ein paar Eindrücke der letzten Zeit zusammenzufassen.

Der Tagesablauf hat sich wieder ein kleines Bischen geändert und wir starten mittlerweile um 9:30, da noch immer nicht genug Zeit vorhanden war, um das von Kim Laoshi jeweils geplante Trainingspensum einzuhalten.
Das Training findet jetzt auch Täglich, egal ob morgens oder abends, in dem extrem schönen Park Kinského zahrada statt. Der Vorteil an diesem Park ist seine geringe Menschendichte, die uns in dem zweiten, näher gelegenen Park leider langsam auf die Nerven ging und außerdem hat Kinského zahrada eine wunderschönen großen Baum, der vor Sonne und dem seltenen Regen schützt.

Vorallem das Qi Gong unter diesem Baum ist echt super gut – klingt vielleicht ein wenig esoterisch, aber dieser Baum strahlt Ruhe aus.

Das Qi Gong hat sich jetzt auch ein wenig verändert: startete sonst jeder Tag mit dem Swimming Dragon, Zhan Zhuang und drei Yi Quan (nicht Tong Bei!) Stellungen, wechselte dies nun zu der San Ti und mehr beweglichen Übungen aus dem Yi Quan, wobei in diesen direkt wieder die Tong Bei schrittarbeit zu finden ist. Jedoch bleibt von den Übungen der vorherigen Zeit Zhan Zhuang fester Bestandteil des Qi Gong.


Außerdem befassen wir uns jeden Tag ein wenig mehr mit den bisher gelernten Formen aus dem Tong Bei: der Qi Shou, Bashi Lian Huan und Pao Chui.
Bei der Qi Shou (wie auch im Video zu sehen) zeigt Kim Laoshi ständig wie vielseitig diese kurze Form ist und wie flexibel sich die Techniken umstellen lassen, wenn es um die Anwendungen geht. Kim Laoshi erwähnt besonders oft, wie vorteilhaft es sei Bewegungen zu Trainieren, bei denen die Anwendung direkt deutlich und sichtbar wird. Keine Schnörkel und Bewegungen bei denen man sich fragen muss: „warum dies.. und was mache ich eigentlich an dieser Stelle?“ – im Tong Bei sind trainierte Bewegungen und die Anwendung ein und das Selbe.
Und trotz nur sieben Techniken ist es wirklich extrem, wie viele verschiedene Übungen und Anwendungen sich in dieser Form finden lassen.

Somit haben wir auch die letzte Zeit größtenteils mit der Qi Shou verbracht, ohne bisher gelerntes nicht ganz aus den Augen zu verlieren und außerdem haben wir diese Woche die Bashi Lian Huan ein wenig angerissen, indem Laoshi mir Kao Shan (lehnen) und Qiao Shan (heben) 
gezeigt hat.

Zusätzlich wurde das Arsenal der Würfe noch ein wenig erweitert und vertieft und es kam zusätzliches JiBenGong für diese hinzu.
Von den Tritten im Tong Bei trainieren wir die drei essentiellsten, wobei zwei von diesen schon Teil der Pao Chui sind (z.B. Wu Guai Tan Tou). 

Nach dem Training suche ich mir meistens ein schönes Restaurant, denn in Tschechien sind die Restaurants sehr billig im Vergleich zu den Preisen im Supermarkt, doch die Faulheit treibt mich leider in letzter Zeit viel zu oft ins Einkaufszentrum zum amerikanischen Asiaten 😉

Das Wetter hier ist auch super gut: es gab bisher nur ganz selten mal einen kurzen Schauer und ansonsten ist es sehr warm und sonnig. Ich hoffe das Wetter bleibt auch so während des Camps!

Das hier wird auch erstmal der letzte Blogeintrag aus Praha, da wir die verbleibende Zeit hauptsächlich für Wiederholungen des bisher trainierten nutzen und Kim und Rosa übernächste Woche in Belgien sind und erst zeitgleich mit den Lehrern wieder in Prag sind. Aber wir haben eine Menge Videomaterial aufgenommen und ich denke Rosa wird in nächster Zeit sicherlich noch Einiges auf Youtube stellen. Von daher bleibt nurnoch eine gute Woche des Trainings und danach sind schon die Lehrer Zhang Laoshi und Yu Laoshi da und ich hole vielleicht ein wenig Sightseeing nach:)

Also dann.. wir sehen uns im Camp oder in Osnabrück!

Grüße aus Praha,
Peer