Entspannen mit Zhang Xinbin – von Markus Söth

Trotz einer sicherlich anstrengenden Zeit nach zwei Wochen des Trainingscamps in Prag ließ es sich Zhang Xinbin Laoshi nicht nehmen als Mentor der Bailung Schule eben bei dieser vorbei zu schauen.
So hatte der Verein am Sonnabend alle Interessierten eingeladen an einem Seminar zum Tong Bei teil zu nehmen. Wie immer war auch dieses Seminar wieder für alle Schulen und Schüler jeden Kenntnisstandes offen. Durch den wahrscheinlich größeren Bekanntheitsgrad den das Tong Bei mittlerweile in Deutschland und Europa genießt war das Seminar sehr gut besucht. Lehrer und Schüler aus deutschen Schulen wie auch befreundete Schulen aus Belgien nahmen an dem Seminar in Osnabrück teil.
Das Seminar begann um 11.00 Uhr mit einer kurzen Einführung durch Zhang Xinbin Laoshi zur Tong Bei Geschichte und den Grundprinzipien des Stils. Zu seiner Unterstützung hatte ihn diesmal einer seiner ältesten Schüler begleitet, der Ihm immer dann aushelfen konnte, wenn ihm die englischen Begriffe zur Erklärung fehlten. Dazu muss man erwähnen, das Zhang Xinbin Laoshi im Alter von über 50 Jahren seinen Schülern im Ausland zuliebe noch begonnen hat Englisch zu lernen um Ihnen alle Aspekte des Tong bei Stils näher bringen zu können.
Sehr strukturiert begann dann der Unterricht mit Ji Ben Gong Übungen des Tong Bei. Den wohl wichtigsten Grundübungen, die einem jeden traditionellen Stil zu eigen sein sollten, wie er währenddessen immer wieder betonte. Die hier durchgeführten Grundübungen dienen dem Ausübenden, grundlegende Konzepte des Stils zu verinnerlichen und zu trainieren. Zudem werden dabei nicht nur „Äußere“ Bewegungen trainiert. Es werden dabei Sehnen und Muskeln gestreckt und gedehnt, um später die Lockerheit, Entspanntheit und Geschwindigkeit zu gewinnen, die für die Ausübung nicht nur dieses Stils so notwendig ist. Darüber hinaus dienen die Übungen dazu die Meridiane zu öffnen und dem Ausübenden somit einen Zugang zu den „Inneren“ Techniken des Stils zu eröffnen.
Im späteren Verlauf kombinierte er dann die einzelnen Grundübungen zu immer komplexeren Techniken und Bewegungsabläufen. Trainiert wurden hier nun die Übungen auf der Stelle als auch in Form von einzelnen Bahnen bei denen nun auch Schritttechniken mit integriert wurden.
Eben diese Schritttechniken wurden dann nochmals als eigene Übungen extrahiert und von den Teilnehmern dann gesondert trainiert.
Nach einer größeren Pause – natürlich gab es zwischendurch auch kurze, kleinere Pausen – wurden die vorher kennen gelernten Einzelübungen als Partnerübungen trainiert. Dabei achtete Zhang Xinbin Laoshi darauf, das die einzelnen Teilnehmer oft den Partner wechselten, damit hatte jeder Einzelne die Möglichkeit dieselbe Technik mit Partnern unterschiedlicher Größe, Statur und Kenntnisstands zu üben.Trotz der mittlerweile vier Stunden Seminardauer schien Zhang Xinbin Laoshi nicht müde zu werden den einzelnen Gruppen immer neue Variationen der eben geübten Technik zu zeigen. Es gibt eben nicht immer nur diese oder jene Antwort auf einen Angriff oder einen Block. Die Möglichkeiten hängen eben von der jeweiligen Situation und dem eigenen zur Verfügung stehenden Repertoire ab und Zhang Xinbin scheint ein schier unerschöpfliches Repertoire zu haben.
Beendet wurde das Seminar nach einer kleinen Pause mit einem circa halbstündigen Set von Qi Gong Übungen, die den Seminarteilnehmern es ermöglichten sich nach den recht anstrengenden fünf Stunden zu entspannen.
Danach stand Zhang Xinbin Laoshi wie immer noch für Fragen der Teilnehmer zu Übungen, Übungsdauer, -ausführung, -intensität und Geschichte des Tong Bei Stils zur Verfügung.
Abgerundet wurde der Abend durch ein gemeinsames Grillen bei Jochen Wolfgramm Laoshi, bei dem auch die beiden Lehrer Zhang Xinbin Laoshi und auch sein Kung Fu Bruder Yu Shaoyi Laoshi zugegen waren und gerne in geselliger Runde noch die Fragen der Teilnehmer beantworteten oder sich einfach an der deutschen Lebensweise erfreuten.
Weitere Infos zum Tong Bei Stil:

Artikel zum Sonntag: http://zhenwutang.soeth.de/?p=420