Florian: Wochenendseminar mit Howard Wang Laoshi


Wochenend Seminar mit Howard Wang

Am Freitag, den 14.05.2010, sollte Howard Wang, aus Taiwan, in Hamburg zu seinem ersten Aufenthalt in Deutschland landen. Nachdem der Flug zwischenzeitlich um 25 Stunden verschoben wurde, und zu allem Überfluss auch das Gepäck noch verloren ging, war der Beginn ein wenig holprig, ab dann sollte es aber ein sehr vielversprechendes Wochenende werden.
Ich hatte das Vergnügen und die Ehre (laoshi) Howard vom Flughafen abzuholen, und Ihn nach Osnabrück zu seinem, bzw unserem gemeinsamen Ziel zu bringen.
Ich habe schon die Fahrt nach Osnabrück sehr genoßen, da ich die Möglichkeit hatte, mich ungestört gute 2 Stunden mit Howard zu unterhalten.
Ich hatte mir bis zu diesem Zeitpunkt noch nie so den Kopf über die mentale Seite des Kung Fu s zerbrochen und war zum Teil sehr überrascht von seinen Schlußfolgerungen und die Konsequenzen die sich daraus ergeben.
Um ein Beispiel zu geben, beschrieb Howard das Kung Fu als Wissenschaft. Man kann sich die Theorien anhören, erklärt bekommen usw., aber letztendlich läuft es auf Versuche ( Training) hinaus. Das Gelernte muss durch erfolgreiche Umsetzung in die Praxis verifiziert werden. (validation)

Um 14:30 erreichten wir dann Goethering Halle in Osnabrück wo das Seminar stattfand.

Jochen hatte alle Teilnehmer vor Ort die gespannt die Ankunft von Howard erwarteten schon aufgewärmt und so konnte es sofort losgehen.
Der Aufbau des Seminars hat mir sehr gut gefallen. Zunächst zeigte Howard 3 Techniken aus der Form “ The Great Cartwheel“ (Da Fan Che) und demonstrierte sie zum Teil mehr als anschaulich an Jochen, worauf wir uns mit einem Partner zusammen taten und das grade gezeigte zu üben.
Howard nahm sich viel Zeit um jeden zu verbessern und Tipps geben, was ich besonders gut fand.
Und dann gabs die nächsten 3 Technicken. zum Gucken, Selbermachen und schließlich als Fortsetzung für die Form.

Ich glaube jeder hatte das Gefühl, das dieser Mann wirklich weiß was er lehrt und ein gute Art hat, sein Wissen zu vermitteln.

Der erste Tag war viel zu schnell vorbei, zumal wir ja ein bisschen verspätet angefangen haben, und wurde von einem gemeinsamen Essen in der Schule unseres Vereins abgerundet. Hier hat Howard glücklicher Weise die Gelegenheit genutzt seine Ansichten nochmal genauer zu erläutern.

Und es sollte am nächsten Morgen ja gleich weiter gehen.

Der 2. Tag, Sonntag, begann mit einem kleinen Vortrag zu dem System des Babu-TangLang und im Anschluß wurde der Teil der Form wiederholt den wir gestern schon erlernt haben.
Zunächst ging es, wie am Vortag, darum die Form mit Ihren Anwendungen zu vermitteln. Howard betonte dabei mehrmals, dass jede Technick sowohl links als auch rechts funktionieren muss und auch hintereinander als Kettenanwendung.
Den kompletten Ablauf hatte Howard dann noch vor 13:00 Uhr an uns wetergegeben und so blieb noch viel Zeit um sich „anderen“ Zielen zu zu wenden.
Der Schwerpunkt des Nachmittags lag bei der Idee des „Rooting“. Aber zunächst gab es noch für alle einen fast 1,5 stündigen Vortag zum Chinese Way of Kung Fu. Die Kernaussagen zusammen zu Fassen trau ich mich nicht, und es würde den Rahmen sprengen, aber soviel ist sicher: Da war für jeden mehr als nur ein Denkanstoß dabei!!!

Im Anschluß gab es dann Partnerarbeit um das Konzept des Rooting zu üben und aus zu probieren. Wiederum nahm sich Howard viel Zeit um bei jedem einzelnen vorbei zu schauen und zu helfen. Zwischenzeitlich veranstaltete er vor der gesamten Seminargruppe mit jweils ein paar Schülern eine besonders anschauliche Demonstration, z.B. was mit dem richtigen Rooting möglich ist, b.z.w. dass es auch 2 Kerle nicht schaffen, Silke festzuhalten, wenn Howard Ihre Haltung in die richtige Bahn lenkt.
Anschließend wurde das in Parterarbeit ausprobiert und zum Teil bestätigt (validation).

Mit der Partnerarbeit verflog die Zeit wieder unglaublich schnell. Noch eine Wiederholung der Form zum Schluß, eine kleine Feedbackrunde, das obligatorische Gruppenfoto und so ging das erste Seminarwochenende mit Howard Wang in Osnabrück/Germany zu Ende.

Ich für meinen Teil war schwer beeindruckt von Howard.
Nicht nur was seine Fähigkeiten in den traditionellen Martial Arts betrifft, sondern vor allem sein Auge für die Schüler. Er schien genau zu sehen, zu fühlen wo die eigenen Defizite liegen, und wie sie durch ein kleine Korrektur zumindest kurzzeitig behoben werden können 😉

Alles in allem ein super Wochenende und ich kann es nur bereuen diese Woche nicht in Osnabrück sein zu können!