Kai: Waffenseminar am 13/14 November

Waffenseminar Kung Fu

Am letzten Wochenende (13. und 14.11.) hat Jochen Wolfgramm Laoshi uns eine Einführung bzw. Wiederholung der vier Grundwaffen des Kung Fu geboten.

Ja nach Waffenschwerpunkt wurden wir in entsprechende Gruppen aufgeteilt und konnten trotz manchmal knapp bemessenem Raum unsere Übungen und Formen praktizieren. Didaktisch wertvoll war der eingeschränkte Platz, insofern er Jochen Anlass gab, immer wieder auf die notwendige Präzision beim Umgang mit Waffen zu verweisen.

Am Samstag hat eine erste Gruppe wesentliche Elemente des Langstock-Ji Ben Gong erlernt und danach die Liu He Gun (Sechs Harmonien Langstock) einstudiert. Ausgehend von verschiedenen Übungen zur grundsätzlichen Handhabung der Waffe (besonders Kreis- und Wirbeltechniken) und einzelnen Technikbahnen wurden den Schülern die Grundlage des Langstocks und der Bewegungsablauf der Form vermittelt.

Ein Mitglied der Taiji-Gruppe hat sich der Wiederholung der 32er Schwertform gewidmet, während vier Schüler, darunter auch Markus, der extra aus Hannover angereist war, sich mit dem Ji Ben Gong des Speers beschäftigt haben. Dabei sollten Pole-Shaking Übungen zunächst ein Gefühl für die Langwaffe vermitteln und uns Hüfteinsatz und Fajin lehren. Ein wesentliches Element des Speers im Kung Fu wurde dadurch bereits deutlich: nicht nur die Meisterung der Waffe steht im Vordergrund, sondern das ganze Kung Fu soll durch den Umgang mit dem Qiang besser werden: da der Speer schon lange Zeit nicht mehr auf dem Schlachtfeld benutzt wurde, sind nicht nur filigranere Techniken in das Repertoire der Waffe aufgenommen worden, sondern sie wird auch dazu benutzt, für das Kung Fu grundlegende Bewegungsprinzipien zu vermitteln.

Die Pole-Shaking-Übungen gingen dann fließend in das Ji Ben Gong über, dessen Wichtigkeit vor allen Formen Jochen Laoshi immer wieder betont. Dabei bereiteten die verschiedenen Dreh-Impulse aus Hüfte und der hinteren, die Waffe vor allem führenden Hand noch viele Probleme. Es wurde schnell klar, dass der Speer seinem Ruf als Königin der Langwaffen gerecht wird. Man wappnete sich derweil langsam auch gegen aufkommende Blasen.

Nach 3 anstrengenden aber lehrreichen Stunden war der erste Trainingstag zu Ende.

Für Sonntag waren weitere vier Stunden Training angesetzt: nachdem die Langstock- und Schwert-Praktizierenden am Samstag bereits fertig geworden waren und sich dem privaten Training widmen konnten, hatte die Speergruppe noch viel zu lernen. Die Form San Yi Qiang (Drei Arten der Gerechtigkeit Speer) stand nach einer Wiederholung der Techniken vom Samstag auf dem Programm. Gleichzeitig widmete sich eine weitere Gruppe dem Erlernen bzw. Wiederholen grundlegender Säbeltechniken und der Form Mei Hua Dan Dao (Einhändiger Pflaumenblüten-Säbel). Aus Platzgründen wechselten wir uns mit dem Üben an diesem Tag jeweils ab, so dass eine Gruppe Trainieren, die andere regenerieren konnte. Jochen hat trotz Erkältung viel Mühe aufgewendet und Geduld gezeigt, auch als die Konzentration insbesondere der Speergruppe langsam nachzulassen drohte.

Am Ende des Wochenendes hatten zwar alle Gruppen die Bewegungsabläufe der Formen verinnerlicht, gingen aber mit dem Bewusstsein nach Hause, dass noch viel Arbeit auf sie warten würde: vor allem natürlich Ji Ben Gong.